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(Holger Stark) Mongolische Wüstenrennmäuse lernen schnell, einem milden elektrischen Fußreiz in einer Shuttle-Box (siehe Abbildung) durch das Erlernen von Meide- oder Diskriminierungsstrategien zu entgehen. Lernvorgänge durchlaufen verschiedene Stadien. Das aufgezeichnete Lernverhalten wird physiologischen Daten wie dem Gehalt von Dopamin im präfrontalen Kortex, der mit Mikrodialyse gemessen wird, gegenübergestellt. Die Herausbildung der essentiellen Assoziationen als Voraussetzung des Erlernens einer erfolgreichen (Fußreiz-vermeidenden) Verhaltensstrategie führt zu einem zeitweisen, starken Anstieg des Dopaminstoffwechsels im präfrontalen Kortex. Die Aufzeichnung des Elektroenzephalogramms (EEG) während des Trainings und die anschließende Bestimmung der Theta-Synchronisation gestatten die Differenzierung von Stadien der Entwicklung einer Meidestrategie der Wüstenrennmäuse. Besondere Ereignisse innerhalb der einzelnen Ton-Schock-Kombinationen während des Meidetrainings erlauben die Abgrenzung der Stadien (1) „Signaldetektion“, (2) „Flucht-Lernen (Escape Learning)“, (3) „Meide-Lernen (Avoidance Learning)“ und (4) „Abruf der erworbenen Meidestrategie (Retrieval)“ von einer Ton-Schock-Kombination zur nächsten. Die zu Beginn der Konditionierung hohe Theta-Aktivierung als Reflektion einer starken Beanspruchung des informationsverarbeitenden Systems des Tieres nimmt mit der Ausreifung der Meidestrategie ab. Das detaillierte Wissen über die Herausbildung von Verhaltensstrategien erlaubt Untersuchungen kognitiver Funktionen wie Kurzzeitgedächtnis, Rückkopplungs- (Feedback)-Lernen, Fehlerverarbeitung (Error-Processing), Planung und Entscheidungsfindung (Decision Making).
Abbildung: Mitarbeiter:Dr. Thomas Rothe Kollaborationen:Matthijs G. P. Feenstra (Institute for Brain Research, Amsterdam, The Netherlands) Wichtige Publikationen:
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