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Leitender Wissenschaftler: Monika Riek-Burchardt Schon seit einigen Jahren ist bekannt, dass Thrombin nicht nur in der Blutbahn als Teil der Blutgerinnungskaskade eine physiologisch wichtige Rolle spielt. Über einen sehr speziellen Mechanismus aktiviert Thrombin auch im Gehirn vorhandene Protease-aktivierte Rezeptoren (PARs), die eine noch nicht vollständig geklärte Funktion im ischämischen und inflammatorischen Geschehen übernehmen. Wir konnten die ersten Nachweise erbringen, dass nach fokaler Ischämie im Gehirn von Ratten PAR1, aber auch PAR3, auf Microglia nachzuweisen sind, wo diese Rezeptoren bisher nur neuronal gefunden wurden. Auch der dritte bekannte, durch Thrombin aktivierte Rezeptortyp PAR4, zeigte sich verstärkt auf Neuronen, die am und im Infarktbereich lokalisiert waren und die meistens schon morphologische/strukturelle Schäden aufwiesen (Henrich-Noack et al., 2006a). Neben diesen besonders interessanten Expressionsstudien erwies sich Thrombin auch in seiner Eigenschaft als Teil der ischämischen Signalkaskade als bemerkenswert. So fanden wir extrem unterschiedliche Thrombin vermittelte Effekte nach Ischämie: in unterschiedlichen Ischämiemodellen bei gleichem Applikationsschema wurde sowohl Protektion als auch Schadensvergrößerung gefunden (Striggow et al., 2000, Henrich-Noack et al., 2006b). Im gleichen Ischämiemodell, bei unterschiedlichen Applikationsschemata ergaben sich ebenfalls gegensätzlich Effekte. Da auch die Mikrogliaaktivierung als zweischneidiges Schwert bezüglich der Schadensentwicklung bewertet wird, sehen wir einen möglichen Zusammenhang zwischen der selektiven post-ischämischen Mikrogliaaktivierung und der gegensätzlichen Wirkung von Thrombin nach einem Insult.
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